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Zukunft beginnt im Holzhäuschen PDF Drucken
Ehemalige - Im Ausland

birtheIn der kleinen peruanischen Gemeinde Villa Los Angelesentsteht erstmals ein Kindergarten. Mit dabei ist die 19-jährige Birthe Juist aus Oldenburg.


TRUJILLO - Die Gegend wirkt trist: sandiger Boden, die Häuser aus Lehmziegeln, Bäume oder Pflanzen gibt es genauso selten wie asphaltierte Straßen. Die einzigen Farbtupfer sind Wahlplakate. Für Birthe Juist aus Oldenburg ist dieser Ort seit sechs Monaten in den Mittelpunkt ihres Lebens gerückt. Die 19-Jährige fand über das „Weltwärts“-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung den Weg nach Peru und baut in der Gemeinde Villa Los Angeles einen Kindergarten mit auf.


Großer Bedarf
Am Stadtrand von Trujillo steht seit April 2010 das „Casita de Madera“, zu deutsch „das Holzhäuschen“. Es ist vor Ort die erste Bildungseinrichtung für Kinder im Vorschulalter. Und mit mehr als 50 Mädchen und Jungen ist der Bedarf groß, die Ressourcen sind aber begrenzt: Zehn Kinder verbringen in der Einrichtung ihre Vormittage. Neun Holzstühle stehen auf einem Betonboden, zwei Tische, eine Tafel und ein paar Kartons mit Spielzeug – die Ausstattung ist überschaubar. Fließendes Wasser gibt es nicht. „Und den Strom leihen wir uns einmal in der Woche von einer Nachbarin“, erzählt Birthe Juist, die zusammen mit einer jungen Frau aus der Gemeinde die Kinder betreut. 

Gemeinsam üben sie mit den Kindern Zahlen, Farben und geometrische Formen, lernen mit ihnen die Namen der Tiere oder üben Vokale. „Unser Ziel ist es, den Kindern Bildung zu vermitteln, damit sie die Chance haben, sich in der Grundschule mit Gleichaltrigen zu entwickeln“ erklärt die Oldenburgerin. Der Träger des Projektes ist „Rasa Joven“, ein Zusammenschluss junger, ambitionierter Erwachsener, die sich für sozial benachteiligte Gruppen in der Region einsetzen. 

Was Birthe Juist in Villa Los Angeles erlebt, hat nicht viel gemein mit dem Alltag einer deutschen Durchschnittsfamilie: Die Mütter besitzen meistens keinen Schulabschluss, Festanstellungen sind die Ausnahme, stattdessen arbeiten die Frauen auf den Feldern und nehmen ihre Kinder mit. Oft fehlt das Geld, um sie zur Schule zu schicken. Bildung ist für diese Familien ein Luxus. Birthe Juist und ihre Kollegen von „Rasa Joven“ versuchen, den Eltern zu vermitteln, dass vor allem Bildung der Schlüssel zu mehr Wohlstand ist: Sie veranstalten Elternabende, organisieren Workshops und hoffen, in naher Zukunft ein weiteres Holzhäuschen bauen zu können, um auch Kinder unter drei Jahren aufnehmen zu können. „Dabei geht es vor allem um die Zusammenarbeit mit den Müttern“, erklärt Birthe Juist, „denn viele der Frauen bekommen schon sehr früh Kinder, sind aber überhaupt nicht darauf vorbereitet, ein Kind zu versorgen. Da möchten wir Hilfestellung geben.“


Kekse verkauft
Einer, der schon hilft, ist der „Postkrümel“-Kindergarten in Oldenburg: Die Mädchen und Jungen wissen inzwischen sehr genau, wo Peru liegt und dass es in Trujillo einen Kindergarten gibt, dem sie helfen: In der Vorweihnachtszeit backten sie unermüdlich Kekse und sind damit in Einrichtungen wie Seniorenwohnheime oder in die Landesversicherungsanstalt marschiert, um sie zu verkaufen. Das Geld haben die Kinder mit einer Erzieherin zur Bank gebracht. Birthe Juist wiederum mailt Fotos von den Dingen, die mit dem Geld angeschafft werden – eine Partnerschaft, von der beide Seiten profitieren und die vertieft werden soll. 

Dass das Leben in Peru auch andere Seiten hat, erfährt Birthe Juist immer dann, wenn sie nach der Arbeit zurück nach Trujillo fährt. Dort lebt ihre Gastfamilie, die zur Mittelschicht Perus gehört: Nur sieben Kilometer von ihrem Arbeitsplatz entfernt gehören Kleidung, Nahrung, Kanalisation, Elektrizität und Bildung zur Normalität. „Die Gegensätze in diesem Land sind gravierend“, sagt die junge Frau. Und doch sei sie beeindruckt davon, wie gut die Unterschiede in die Kultur integriert werden: So konkurrieren jeden Sonnabendabend in einer großen TV-Show Tanzpaare um einen Geldpreis, der dann zugunsten eines sozialen Projektes gespendet wird. 

Im August endet ihr Aufenthalt. Was danach kommt, weiß sie noch nicht genau: Vermutlich wird sie studieren, vielleicht aber auch weiter für „Rasa Joven“ arbeiten: „Innerhalb eines Jahres lässt sich einfach nicht so viel bewegen, und die Menschen sind mir sehr ans Herz gewachsen.“

Bericht aus dem Januar 2011

(6/10.4.2011) 

 
 

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